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Ökotapeten – Für nachhaltiges Wohnen

Öko ist Trend – auch und vor allem beim Bauen. Natürliche Baumaterialien sind überall zu finden und kommen immer mehr zum Einsatz. Da verwundert es wohl nicht, dass Nachhaltigkeit und Umweltschutz auch bei der Wandbekleidung nicht aufhören sollen. Dabei stellt sich immer wieder die Frage, was besser ist: Farbe oder Tapeten? Ökotapeten oder herkömmliche Tapeten? Gerade bei der Wandbekleidung ist die Antwort um vieles schwieriger, als Sie denken. Ihre Wünsche decken sich nur in den seltensten Fällen mit den technischen Möglichkeiten.

Was Ihnen klar sein sollte

Farben und Tapeten lassen sich schon nach ökologischen Gesichtspunkten herstellen. Aber nur bis zu einem bestimmten Punkt. Und dieser Punkt ist erreicht, wenn es um die Haltbarkeit und den Abrieb geht. Wirklich atmungsaktiv und diffusionsoffen sind nur richtige Kalkfarben, die nicht mit Bindemitteln versehen sind. Diese haben aber den Nachteil, dass sie abwischbar sind und die Farbe an sich – ähnlich wie Kreide – nicht abriebfest ist. Alle anderen Farben und Tapeten sind mit Bindemitteln versehen, die immer die Diffusion beeinträchtigen. Das betrifft leider auch die Raufasertapete, die immer mal wieder angepriesen wird. Mit Farbe versehen unterscheidet diese Tapete nichts mehr von anderen Tapeten. Eine richtige Ökofarbe oder Ökotapete gibt es also kaum. Es gibt aber durchaus Tapeten und Farben, die aus nachhaltigen Materialien und in umweltfreundlichen Verfahren hergestellt sind.

Ein Gütezeichen ist nicht wie das andere

Im Gegensatz zu vielen anderen Bereichen hält sich die Tapetenindustrie beim Thema Gütezeichen zurück. Und das ist auch gut so, denn in vielen Bereichen haben Verbraucher gar keinen Durchblick mehr, wenn es um Siegel und Gütezeichen geht. Die kann nämlich im Prinzip jeder erstellen und Anforderungen, die das Siegel betreffen, werden nicht von unabhängigen Stellen überprüft. In den meisten Fällen will man dem Verbraucher nur ein gutes Gefühl vermitteln. In der Tapetenherstellung gib es relativ wenige Gütesiegel, die sich auch leicht hinterfragen lassen. Tapeten mit Gütezeichen sind zum Beispiel bei decowunder-tapeten.de erhältlich.

RAL-Gütezeichen bestimmen die Tapeten

Viele Tapeten tragen das RAL-Gütezeichen, das nach strengen Kriterien vergeben wird. Tapeten, die das Gütesiegel erhalten, müssen Bestimmungen beim Einsatz von Weichmachern und Stabilisatoren einhalten. Bei den Farben dürfen Pigmente, die über die Schwermetalle Kadmium, Arsen, Blei, Chrom, Selen und Quecksilber verfügen, nicht eingesetzt werden. Auch der Gehalt an Formaldehyd muss weit unter den vom Gesetzgeber vorgegebenen Werten liegen.

Natürlich gibt es auch Anforderungen an die Farbbeständigkeit, die Waschbeständigkeit, das Brandverhalten, die Mindestwasserbeständigkeit und die Schalldämpfung. Ob die Vorgaben eingehalten werden, wird ständig von einer neutralen, externen Überwachungsstelle kontrolliert. Mit dem RAL-Gütezeichen 479 werden Tapeten auf gesundheitliche Unbedenklichkeit und ökologische Ungefährlichkeit getestet. 2011 wurden die Anforderungen für das RAL-Gütezeichen sogar noch mal verschärft, sodass die Bedingungen nun weit über den Anforderungen der EU-Normen liegen.

„Der Blaue Engel“ steht für umweltschonende Produkte

Bereits seit Ende der Siebziger Jahre werden sehr umweltschonende Produkte mit dem Umweltzeichen „Blauer Engel“ ausgezeichnet und gekennzeichnet. Vergeben wird das Siegel vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz am Bau und Reaktorsicherheit, die RAL gemeinnützige GmbH und die Jury Umweltzeichen sowie das Umweltbundesamt.

Tapeten und Farben, die den „Blauen Engel“ erhalten sollen, müssen schon einige Forderungen erfüllen. Tapeten müssen zum Beispiel aus mindestens 60 Prozent Altpapier bestehen und den Anforderungen zur Sicherheit von Kinderspielzeug DIN EN 71 entsprechen. Hier werden vor allem die Raufasertapeten immer hervorgehoben. Damit sollten Sie vorsichtig sein, denn sobald Sie diese streichen, entsprechen die Tapeten nicht mehr der Norm.

Gütesiegel Phthalate-Free für Tapeten ohne üblichen Weichmacher

Herkömmliche Weichmacher sind das größte Problem bei einigen Tapeten. Seit 2009 gibt es deshalb in Deutschland das Phthalate-Free Gütezeichen. Einige Tapetenhersteller setzen deshalb auf andere Produkte. So kann zum Beispiel Hexamoll DINCH die positiven Eigenschaften von Vinylschaumtapeten erhalten und erhält trotzdem das Gütesiegel Phthalate-Free. Tapeten mit diesem Siegel entsprechen den EU-Richtlinien für Babyprodukte und Kinderspielzeug 2005/84/EG.

TÜV-geprüfte Tapeten von TÜV Nord

Auch die TÜV Nord GmbH & Co.KG prüft Tapeten. Hier werden vor allem der Schadstoffgehalt und die enthaltenen Allergene getestet. TÜV-geprüfte Tapeten können die Bezeichnung „Für Allergiker geeignet“ tragen. Die Tapeten müssen aus schadstoff- und allergenkontrolliertem Material hergestellt sein und sollen aus einer nachhaltigen Produktion stammen.

ECO Tapeten mit hoher Umweltverträglichkeit

Besonders umweltschonend und -verträglich werden ECO Tapeten hergestellt. Die Tapeten werden nur auf Papier gedruckt, das aus kontrollierten und FSC-zertifizierten Holzbeständen kommt. Alle verwendeten Farben basieren auf Wasser und verfügen über keine flüchtigen, organischen Verbindungen. Selbst bei der Verpackung geht man bei ECO Tapeten keine Kompromisse ein, denn diese wird aus Maisstärke hergestellt und ist organisch abbaubar. Graham & Brown hat bereits zwei ökologische ECO Tapetenkollektionen auf den Markt gebracht.

Welche Tapete ist die richtige?

Wer auf Nachhaltigkeit und Umweltfreundlichkeit setzt, sollte sich für einfache Papiertapeten entscheiden. Die meisten Papiertapeten werden heute aus recyceltem Papier hergestellt. Viele der Tapeten verfügen außerdem über das RAL-Gütezeichen, das für Unbedenklichkeit und Umweltschutz steht und scharfen Einschränkungen unterliegt. Je einfacher die Tapeten gestaltet sind, desto besser und desto eher sind sie wirkliche Ökotapeten.

 

 

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