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Bodenklassifizierung nach Homogenbereichen

Der Begriff der Bodenklassen ist auch außerhalb der Baubranche relativ bekannt: Jeder, der schon einmal mit dem Thema Hausbau befasst war, kennt ihn. Dabei handelt es sich um eine in der DIN 18300 geregelte Einordnung der verschiedenen Baugrundarten, die diese in sieben Klassen einteilte.

Mit jeder nächsthöheren Klasse wurde der beschriebene Boden schwerer und kompakter:

  • Klasse 1 galt für den Oberboden,
  • Klasse 3 beschreibt leicht lösbare Bodenarten
  • Klasse 5 galt für schwer lösbare Bodenarten und
  • Klasse 7 galt schwer lösbaren Fels.

Die meisten Bauunternehmer, deren Kunden keine Baugrunduntersuchung hatten durchführen lassen, setzten bei ihrer Kalkulation die Bodenklasse 3 – leicht lösbare Bodenarten – voraus, was in zahlreichen Fällen zu Nachträgen führte. Auch die Unübersichtlichkeit der Regelungen, die sich in irgendeiner Weise mit der Bestimmung von Bodenarten beschäftigten, führte dazu, dass ein neues Normenwerk konzipiert wurde: Schon seit August 2015 gilt die DIN 18300 in der modifizierten Fasung 2016-09, die sich mit der Definition der heute anzuwendenden Homogenbereiche beschäftigt. Und dennoch ist vielen Bauunternehmen und Hausanbietern nicht bekannt, dass Bodenklassen durch Homogenbereiche abgelöst worden sind.

Was ist ein Homogenbereich?

Ein Homogenbereich kann aus einzelnen oder mehreren Fels- oder Bodenschichten bestehen, die sich innerhalb eines begrenzten Bereichs befinden. Er muss hinsichtlich der einsetzbaren Erdbaugeräte vergleichbare Eigenschaften aufweisen. So sieht es die aktuelle DIN vor, die sich von der früheren geologischen Betrachtung des Bodens ab- und dessen bautechnischen Eigenschaften zuwendet. Der Gutachter bestimmt die einzelnen Homogenbereiche also nach den Leistungswerten, die innerhalb eines Gewerks nötig sind, um den Baugrund zu bearbeiten. Zum Abschluss seiner Untersuchung fasst er die Ergebnisse in einem Geotechnischen Bericht gem. DIN 4020 zusammen; hierbei stehen die genaue Benennung und die Beschreibung von Fels und Boden vor dem Lösen im Vordergrund.

Welche Vorteile hat die Einteilung in Homogenbereiche?

Die Klassifizierung des Bodens nach den neuen Vorgaben ist aufwendiger, zeitintensiver und damit teurer. Da stellt sich fast automatisch die Frage, ob den höheren Kosten, die von den Bauherren getragen werden müssen, auch ein entsprechender Nutzen gegenübersteht. Das kann ganz klar bejaht werden: Mit diesem Verfahren konzentriert sich der Baugrundgutachter nicht nur auf den Boden, sondern hat auch alle beteiligten Gewerke im Blick. Vor Beginn der eigentlichen Untersuchung müssen ihm sämtliche verfügbaren Informationen über das geplante Bauwerk bereitgestellt werden, sodass eine genauere und zielgerichtetere Bodenbeschreibung ermöglicht wird. Das wirkt sich immer positiv auf die Stabilität und damit die Sicherheit des Gebäudes aus. Gutachter sind nun darauf angewiesen, in engem Kontakt mit den Objektplanern zu stehen, was ebenfalls positive Folgen für die Bauqualität hat. Nur bei manchen Bauvorhaben kann grundsätzlich auf die Erstellung eines Bodengutachtens verzichtet werden: Soll beispielsweise ein durchschnittlich großes Einfamilienhaus, das bestimmte Werte für die Streifen- und Stützenlasten unterschreitet,  auf einem Grundstück errichtet werden, bei dem sich der Grundwasserspiegel unter der Gründungssohle befindet, ist ein solches Gutachten entbehrlich.

Nach diesen Kriterien werden Homogenbereiche eingeteilt (Auszug)

Um zumindest einen Eindruck zu vermitteln, wie komplex die Feststellung von Homogenbereichen ist, sollen hier auszugsweise einige der maßgeblichen Kriterien aufgeführt werden. Zu den maßgeblichen Bodenmerkmalen gehören beispielsweise

  • die ortsübliche Bodenbezeichnung,
  • die Dichte gem. DIN EN ISO 17892-2 oder DIN 18125-2,
  • der Wassergehalt gem. DIN EN ISO 17892-1,
  • die Konsistenzzahl gem. DIN 18122-1 oder
  • die Bodengruppen gem. DIN 18196.

Auch einige Jahre nach der Einführung der Homogenbereiche ist in Ausschreibungen für Bauprojekte, die von der öffentlichen Hand durchgeführt werden, immer noch überwiegend von Bodenklassen die Rede. Auch wenn Fachleute die (eigentlich) gültige Systematik der Homogenbereiche begrüßen, hängt es maßgeblich vom Verhalten der Behörden ab, inwieweit diese sich im Sprachgebrauch durchsetzen werden.

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