Beratung Hausbau

Informatives für Bauinteressenten, Bauherrn und Hausbesitzer.
Wir informieren regelmäßig über verschiedene Themen zu Haus, Garten, Bauen, Wohnen sowie Hausbau und Finanzierung.

Fliesen und Fußbodenheizung - eine optimale Kombination.

Eine Fußbodenheizung sorgt für wohlige Wärme in den eigenen vier Wänden. So lässt sich jeder Raum individuell temperieren und ein angenehmes Wohlfühlklima herstellen. Doch stellt sich die Frage, welcher Bodenbelag am besten geeignet ist für die Verwendung einer Fußbodenheizung. In diesem Artikel zeigen wir Ihnen, welche Vorzüge Fliesen in Kombination mit einer Fußbodenheizung haben. Sie werden erkennen, dass diese optimal sind, um ein angenehmes Raumklima und eine wohlige Atmosphäre in Ihren Räumen zu erzeugen.

Worauf es bei einer Fußbodenheizung ankommt

Eine Fußbodenheizung bietet gegenüber herkömmlichen Heizkörpern gleich mehrere wesentliche Vorteile:

  1. Sie nimmt keinen Wohnraum in Anspruch, Möbel und Dekoration können daher frei wählbar aufgestellt werden.
  2. Eine Fußbodenheizung sorgt für ein angenehmes Raumklima und schafft weniger Luftzirkulation. Besonders für Allergiker ist das von großer Bedeutung.
  3. Da der gesamte Raum gleichmäßig geheizt wird, können Energiekosten eingespart werden.

Um die Vorzüge einer Fußbodenheizung optimal nutzen zu können sollte auf einige Punkte bei der Wahl des Bodenbelags geachtet werden.

Wärmeleitfähigkeit

Die Fußbodenheizung ist – wie der Name schon sagt – im Fußboden integriert. Damit die Wärme aus dem Boden auch den Raum erreicht, ist es wichtig, dass der Bodenbelag die erzeugte Wärme auch optimal leiten und in den Raum abgeben kann. Im Gegensatz zu Teppichen oder Parkett- und Laminatböden bieten Fliesen eine hervorragende Wärmeleitfähigkeit und sind damit der optimale Bodenbelag bei der Verwendung einer Fußbodenheizung. Zudem haben Fliesen an sich auch eine kühlende Eigenschaft, was vor allem im heißen Sommer für ein ebenfalls angenehmes Raumklima sorgt. Teppichboden oder Laminat- und Parkettböden speichern dagegen mehr Wärme, wodurch sie zum einen schlechter an den Raum abgegeben wird, zum anderen auch im Sommer, bei ausgeschalteter Heizung, den Raum erwärmen kann.

Wasserdurchlässigkeit

Durch die abgegebene Wärme der Fußbodenheizung kann es bei entsprechender Luftfeuchtigkeit im Raum zu Schwitzwasser unter dem Bodenbelag kommen. Ist der Bodenbelag nicht genügend wasserdurchlässig, so kommt es unter Umständen zu gesundheitsgefährdender Schimmelbildung zwischen Boden und Belag. Dies kann vor allem bei „losem“ Bodenbelag, wie Laminat, Parkett oder Teppich passieren, da sich hier immer ein minimaler Zwischenraum bildet. Fliesen dagegen bieten den Vorteil, dass es durch die feste Verklebung mit dem Untergrund keinen Zwischenraum gibt, in dem sich Wasser stauen und ansammeln könnte. So wird der Bildung von Schimmel keine Chance gegeben und das Raumklima bleibt immer angenehm und gesundheitsfreundlich.

Welche Fliesen sind dafür geeignet?

Fliese ist nicht gleich Fliese. Daher gelten auch für die Auswahl und Verlegung der Fliesen in Kombination mit einer Fußbodenheizung bestimmte Kriterien. Heutzutage ist zwar fast jede Fliese für die Verwendung mit einer Fußbodenheizung geeignet, doch bei der Verlegung sind bestimmte Kriterien einzuhalten. Dazu gehört vor allem:

  • Der Fliesenkleber
    Verwenden Sie den richtigen Fliesenkleber. Flexkleber eignet sich am besten, da sich durch diesen die entstehenden Spannungen durch Temperaturunterschiede am besten ausgleichen.
  • Das Verlegen
    Die Fliesen müssen vollständig im Klebebett verlegt werden, damit keine Hohlräume zwischen Boden und Fliesen entstehen können.
  • Der Fugenmörtel
    Auch die Wahl des Fugenmörtels ist wichtig, um spätere Rissbildung zu vermeiden. Genau wie beim Fliesenkleber ist flexibler Fugenmörtel zu verwenden zum Ausgleich auftretender Spannungen durch die Temperaturunterschiede.
  • Dehnungsfugen beachten
    Da durch die Schwankungen der Temperaturen im Boden ein Ausdehnen und Zusammenziehen der Materialien nicht verhindert werden kann, sollten entsprechende Dehnungsfugen eingeplant werden. Mindestens die im Estrich vorhandenen Dehnungsfugen sollten auch beim Verlegen der Fliesen berücksichtigt werden. Zusätzlich gilt es an den Übergängen von Wand und Boden Dehnungsfugen einzuplanen. Die Dehnungsfugen werden mit elastischem Material, in der Regel Silikon verfugt.
  •  Material
    Fliesen aus Feinsteinzeug bieten eine sehr hohe Wärmeleitfähigkeit und sind daher für den Einsatz bei einer Fußbodenheizung bestens geeignet. Fliesen aus Naturstein oder Marmor sind in der Anschaffung zwar meist etwas teurer, verfügen aber über eine noch höhere Wärmeleitfähigkeit und sind daher die erste Wahl bei der Verwendung einer Fußbodenheizung. Außerdem sorgen diese Naturmaterialien für ein noch angenehmeres Wohngefühl im Raum und sind oft robuster und widerstandsfähiger.

Verlegen von Fliesen für Fußbodenheizung

Das Verlegen von Fliesen auf einem Boden mit Fußbodenheizung ähnelt im Prinzip dem normalen Fliesenverlegen. Dennoch sind einige Punkte zu beachten, um ein langfristig wohnliches Ergebnis zu erzielen.

  1. Die Auswahl der Fliesen
    Grundsätzlich sind fast alle Bodenfliesen für den Einsatz mit einer Fußbodenheizung geeignet. Daher sind Ihren individuellen Gestaltungswünschen kaum Grenzen gesetzt. Wichtig ist – wie oben bereits beschrieben – die Verwendung des richtigen Fliesenklebers und des passenden Fugenmörtels. Diesen sollten Sie bei der Bestellung der Fliesen bereits mitkaufen
  2. Fußbodenheizung testen
    Bevor mit dem Verlegen der Fliesen begonnen werden kann, sollte die Fußbodenheizung testweise hochgefahren werden. Hierbei wird überprüft, ob durch die Heizleistung Spannungen, die zu Rissen im Estrich führen, entstehen. Dieser Schritt sollte unbedingt eingehalten werden, da spätere Korrekturen nach Auftragen des Bodenbelags nur schwer möglich sind.
  3. Heizung ausschalten
    Während der Verlegearbeiten sollte die Fußbodenheizung ausgeschaltet werden. Eine Erwärmung des Bodens führt ansonsten zu einem erhöhten und zu schnellem Feuchtigkeitsverlust des Fliesenklebers, wodurch dieser nicht richtig abbinden kann. Die Folge sind nicht korrekt klebende Fliesen, die sich später ablösen können.
  4. Vorbereitung des Untergrunds
    Um die Fliesen sauber verlegen zu können, muss der Untergrund möglichst eben, sauber und tragfähig sein. Der Estrich der Fußbodenheizung sollte vor dem Auftragen des Klebers mit Estrichgrund zur Grundierung behandelt werden.
  5. Kleber auftragen
    Sobald die Vorbereitungen abgeschlossen sind, kann mit den eigentlichen Arbeiten begonnen werden. Mischen Sie zuerst den Fliesenkleber gemäß den Angaben des Herstellers zusammen und tragen ihn mit einem Zahnspachtel auf dem Boden auf. Es empfiehlt sich immer nur eine Fläche von 1-1,5m² mit dem Fliesenkleber zu bedecken, um ein zu schnelles austrocknen zu vermeiden.
  6. Fliesen verkleben
    Damit die Fliesen entsprechenden Halt finden, drücken Sie sie mit einer leichten Drehbewegung in das Klebebett. Für die Einhaltung der korrekten Fugenabstände nutzen Sie Fliesenkreuze. Dehnungsfugen des Estrichs dürfen dabei nicht mit Fliesen überdeckt werden! Die Fliesen würden später reißen!
  7. Verfugen
    Für die Fugen der Fliesen nutzen Sie flexiblen Fugenmörtel. Diesen tragen Sie mit einem Fugengummi auf und entfernen überflüssigen Fugenmörtel mit einem Fliesen-Waschbrett. Bei Dehnungsfugen eignet sich Silikon am besten.
  8. Reinigen
    Mit einem herkömmlichen Schwamm und Wasser lassen sich die Reste des Fugenmörtels entfernen. Nach der Nassreinigung sollten Sie noch mit einem trockenen Lappen nachpolieren.
  9. Heizung hochfahren
    Sind die Verlegearbeiten abgeschlossen, so sollte eine Ruhezeit von mindestens 28 Tagen eingehalten werden, ehe die Fußbodenheizung eingeschaltet wird. Diese Zeit brauchen Kleber und Fugenmörtel zur vollständigen Austrocknung. Anschließend sollte die Heizung täglich stufenweise erhöht werden. Am ersten Tag wird dabei mit 20 Grad Celsius gestartet. Anschließend wird die Temperatur jeden Tag um 3 Grad erhöht.

 Vorteile von Fliesen

 Fliesen sind der perfekte Bodenbelag für eine Fußbodenheizung. Sie überzeugen vor allem durch:

  • Die sehr hohe Wärmeleitfähigkeit gegenüber anderen Bodenbelägen senkt die Energiekosten.
  • Dank der niedrigen Wasserdurchlässigkeit von Fliesen wird die Lebensdauer der Heizung erhöht.
  • Im Sommer geben die Fliesen bei ausgeschalteter Heizung eine angenehme Kühle in den Raum ab.

FAQs

  • Wann können die Fliesen auf den Estrich der Fußbodenheizung gelegt werden?
    Bevor die Fliesen auf den Estrich der Fußbodenheizung gelegt werden, sollte dieser voll ausgetrocknet sein. In der Regel ist eine Trockenzeit von 28 Tagen ausreichend.
  • Welche Fliesen eignen sich am besten für eine Fußbodenheizung?
    Grundsätzlich eignen sich fast alle Fliesen für eine Fußbodenheizung. Fliesen aus Naturstein oder echter Marmor haben die höchste Wärmeleitfähigkeit und sind daher besonders gut geeignet, allerdings auch in der Anschaffung teurer.
  • Wann kann die Fußbodenheizung nach dem Verfliesen eingeschaltet werden?
    Auch nach dem Verfliesen des Bodens sollte abgewartet werden bis der Fliesenkleber und der Fugenmörtel vollständig ausgetrocknet sind. Dies ist ebenfalls nach ca. 28 Tagen der Fall.
Mehr Komfort mit einer Smarthome-Rollladensteuerun...
Was ist der passende Pool für den Garten?

Ähnliche Beiträge

© 2019 www.hausbau-beratung.com, ein Projekt der ZBO (Zentrale Bauorganisation - www.zbo.de)