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Einbruchschutz in Haus und Wohnung

Ob Hauseigentümer oder Mieter: Jeder möchte sich in seinem Zuhause sicher fühlen. Sicherheit bedeutet dabei nicht nur die bauliche Zuverlässigkeit der eigenen vier Wände, sondern auch die Sicherheit von Besitz, Eigentum und persönlicher Dinge. Ein sicheres Gefühl ist damit direkt der eigenen Lebensqualität zuträglich und das elementare Bedürfnis eines jeden Familienmitglieds.

Fester Bestandteil von Sicherheit ist für jeden Haus- und Wohnungsbesitzer, ungebetene Gäste fernzuhalten. Statistisch kommt es in Deutschland alle 2 Minuten zu dem Versuch eines Einbruchs. Zwar bleibt es sehr oft „nur“ bei einem Versuch – die Zahlen sind dennoch erschreckend und machen vielen Menschen Angst. Daher ist der umfassende Einbruchschutz das primäre Ziel, um Eigentümern und Mietern ein sicheres Zuhause zu bieten.

Schwachstellen und Lücken erkennen: Laden Sie mögliche Einbrecher nicht ein, sondern aus!

Egal, ob Mietwohnung oder Villa: Jedes Wohngebäude hat bestimmte Schwachstellen, die Einbrechern das Einsteigen besonders einfach machen. Ein funktionierender Einbruchschutz ist zwar gesetzlich nicht vorgeschrieben – er liegt aber in Ihrem eigenen Interesse und sollte daher nicht falschen Sparmaßnahmen zum Opfer fallen.
Einbrecher suchen immer den schnellsten Weg ins Gebäude: Dazu bedarf es nicht einmal offenstehender Fenster oder Türen – oftmals eignet sich die Haustür oder die Terrassentür schon aus baulichen Gründen besonders gut für kriminelle Langfinger.

Daher lautet

Regel Nr. 1: Alle Türen, die ins Gebäude führen, sind bestmöglich zu sichern!

Hier stehen verschiedene technische Möglichkeiten zur Verfügung. Je nachdem, wie schwer eine Haustür für einen Einbruch überwunden werden kann, werden Türen in 7 verschiedene Widerstandsklassen (resistance class = RC) eingeteilt. Diese gehen von RC 1 N für die einfachste Klasse bis hin zu RC 6, die vor allem in gewerblichen Einsatzbereichen zu finden ist. Für private Zwecke werden im Allgemeinen die Widerstandsklassen RC 1 bis RC 3 eingesetzt: Hier sind sie aufgrund ihrer Konstruktion und Zusammensetzung in der Lage, einfachen Einbruchsversuchen die Stirn zu bieten.

Auch Keller- und Nebentüren gelten als Türen im oben genannten Kontext – und auch sie sind bestmöglich zu sichern, damit sie einen wirksamen Einbruchschutz darstellen. Leider kommt es oft vor, dass Kellertüren ungesichert bleiben: Auch, wenn diese nicht ganz so schmuckvoll aussehen wie die Hauseingangstür, sind sie dennoch bei Einbrechern genau aus diesem Grund außerordentlich beliebt!
Wer den Einbau einer neuen Tür scheut, kann mit geeigneten Gadgets und Nachrüstsätzen eine bereits vorhandene Tür sichern und einbruchsicher machen. Dazu zählen insbesondere:

  • Türschlösser mit Mehrfachverriegelung;
  • Aufbohrschutz bzw. Schutzbeschlag;
  • Türspion (optisch oder digital);
  • Aushebesicherung;
  • Bändersicherung;
  • Sperrbügel.

Welche Maßnahmen im Einzelfall Sinn machen, lässt sich durch eine fachliche Beratung feststellen. Hierzu bietet die Polizei umfassende Informationen auf der Seite www.k-einbruch.de an. Daneben steht allen Bürgern die persönliche Beratung durch die im ganzen Bundesgebiet vorhandenen Beratungsstellen zur Verfügung: www.polizei-beratung.de.

Neben Türen gehören Fenster jeder Art zum primären Einstiegsziel für Einbrecher. Besonders einfach ist ein Einsteigen durch die Fenster immer dann, wenn diese nicht geschlossen sind, sondern komplett offenstehen oder zum Lüften gekippt werden. Aber auch verschlossene Fenster können leicht zur Zielscheibe werden, obwohl – entgegen der landläufigen Meinung – nur in den seltensten Fällen die Glasfläche angegriffen wird.

Regel Nr. 2: Fenster sind das beliebteste Ziel von Einbrechern!

Um Fenster – hierzu zählen auch Terrassen- und Balkontüren – gegen jegliche Angriffe von außen sicher zu machen, ist beim Einbau neuer Fenster und Fenstersysteme auch hier die oben erwähnte Einteilung in Widerstandsklassen / RC maßgeblich. Daneben lässt sich durch die Anbringung zusätzlicher Mechanismen die Sicherheit stark verbessern. Hierzu zählen vor allem:
•    Sicherheitsfolie;
•    Aufschraubsicherungen;
•    einbruchhemmende Schutzbeschläge;
•    einbruchhemmende Verglasung;
•    abschließbare Fenstergriffe;
•    Zusatzschlösser.
In puncto Fenstersicherheit steht Hausbesitzern auch die Option des Einbruchschutzes per Rollladenmontage offen. Hier sind unterschiedliche Systeme mit verschiedenen Widerstandsklassen erhältlich. Nicht vergessen: Auch das kleinste Fenster – ob im Keller oder Gäste-WC – taugt als Einstiegshilfe für Einbrecherbanden!


Regel Nr. 3: Digitale Systeme ergänzen mechanische Schutzvorrichtungen!

Die Technik macht’s möglich: Mittels digitaler Vernetzung lassen sich Komponenten der Einbruchsicherung miteinander vernetzen. Die sogenannten SmartHome-Technologien sind dabei vor allem über mobile Endgeräte wie Smartphone oder Tablet zu programmieren und zu steuern. Den Einsatzmöglichkeiten sind hier so gut wie keine Grenzen gesetzt: Vom einfachen Alarmsystem bis hin zur Eingangskontrolle via Fingerscan ist hier (fast) alles möglich:

  • Beleuchtungs- und Anwesenheitssimulation – hier lassen sich ganze Szenarien gestalten, die vom Ein- und Ausschalten von Licht und Lampen in bestimmten Räumen bis hin zur Außenbeleuchtung gehen;
  • Videoüberwachung;
  • Brandschutz;
  • Zutrittskontrolle;
  • Gegensprechanlage;
  • Alarmanlagen;
  • schlüssellose Schließanlagen.

Bei derartigen Technologien lassen sich die bereits vorhandenen Schutzvorrichtungen im Haus mit zusätzlich installierten Apps perfekt kombinieren und zu einem umfassenden Schutz vereinen. Die Symbiose aus moderner Technik mit konventioneller Technik gewährleistet genau die Sicherheit, die Haus- und Wohnungsbesitzer von heute brauchen, um ihrem Bedürfnis nach einem sicheren Zuhause nachzukommen.

Tipp:
Lesen Sie auch unseren Beitrag "WLAN-Türsprechanlagen: bequem und sicher".

 

 

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