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Massivhaus vs. Fertighaus in Sachen Brand- und Schallschutz

Bei der Entscheidung, ob man ein Massivhaus bauen sollte oder aber ein Fertighaus die bessere Wahl wäre, werden Überlegungen zum Brandschutz sowie zum Schallschutz oft nachrangig behandelt. Dabei kann die richtige Entscheidung für die eine oder andere Bauweise Leben retten oder die Nerven schonen.

Brandschutz

In jedem Jahr sterben in Deutschland etwa 600 Menschen an den Folgen eines Hausbrandes. Grund genug, darüber nachzudenken, schon beim Bau eines Hauses durch die Wahl der richtigen Baumaterialien mögliche Vorkehrungen zum Brandschutz zu treffen. Wesentlich ist hierbei, dass die Decken und Wände aus nicht brennbaren Materialien errichtet werden. Dies ist bei einem massiv gebauten Haus immer der Fall: Weil Hohlräume fehlen, kann ein Brand abgebremst und in vielen Fällen sogar gestoppt werden. Weil Massivhäuser außerdem homogen aufgebaut sind, haben Brände keine Möglichkeit, sich über Rohrleitungen aus Kunststoff, von der Hitze geschmolzene Steckdosen oder auch Fugen weiter auszubreiten. Darüber hinaus besteht jedes Massivhaus aus mineralischen Baustoffen, die bei einem Feuer keine giftigen und damit tödlichen Rauchgase entwickeln.

Die Anforderungen, die im Zusammenhang mit dem Brandschutz an ein Haus gestellt werden, finden sich in den Bauordnungen der einzelnen Bundesländer und sind eher allgemein gehalten. Daher ist zu empfehlen, sich an den sog. Feuerwiderstandsklassen nach DIN 4102 zu orientieren. Sie geben darüber Auskunft, wie viele Minuten ein Baustoff einem Brand standhält, ohne seine Funktion zu verlieren.
Massive Wände mit einer Stärke von 11,5 cm werden der Feuerwiderstandsklasse F 90 zugeordnet, halten einem Feuer also 1 1/2 Stunden stand. Hat ein Massivhaus eine 24 cm dicke Ziegelmauer, entspricht sie der Klasse F 180, garantiert also einen Brandwiderstand von drei Stunden.

Ein Fertighaus wird üblicherweise auf der Basis einer Holzständerkonstruktion gebaut, die dann mit Holzwerkstoffplatten beplankt wird. Nur die Verfüllung der Holzfächer besteht aus mineralischem Faserdämmstoff. Holz hat die Eigenschaft, bei einem Brand zunächst nur an der Oberfläche zu verkohlen, wodurch sich eine schützende Schicht aufbaut, die das weitere Abbrennen des Holzes verlangsamt. Durch diese Eigenschaft erreichen dickere Holzwerkteile die Einstufung in die Feuerwiderstandsklasse F 30 oder F 60. Um eine Brandweiterleitung zu erschweren, wird auf Beschichtungen mit Feuerschutzmitteln zurückgegriffen. Der Einsatz dieser Chemikalien reduziert jedoch nicht die Brennbarkeit des Holzes, sondern erschwert lediglich dessen Entflammbarkeit. Der Feuerwiderstand ändert sich hierdurch also nicht. Der Brandschutz für ein Fertighaus, der bereits während der Bauphase mithilfe der Baumaterialien erreicht werden kann, reicht somit nicht an den für ein Massivhaus heran.

Schallschutz

Doch bei der Wahl der Bauweise sollte auch auf einen ausreichenden Schallschutz geachtet werden, damit weder die von außen eindringenden noch die innerhalb des Hauses erzeugten Geräusche zu einer Tortur werden. Bei einem Wohnhaus geht es dabei in erster Linie um den Luftschall sowie den Trittschall, die gemindert oder unterbunden werden müssen. Einen sehr guten Schallschutz bieten Schallschutzziegel, die bei einem Massivhaus verbaut werden können. Sie zeichnen sich durch eine hohe Rohdichte sowie durch einen hohen Ziegelanteil aus. Eine sehr gute Schalldämmung wird jedoch auch mit Verfüll- und Planfüllziegeln erreicht. Ein Verfüllziegel erreicht beispielsweise bei einer Mauerdicke von 24 cm einen Schalldämmungswert von 56 dB.
Dagegen hat ein Fertighaus sehr oft den Nachteil, dass durch die Verwendung von relativ leichten Bauteilen Probleme beim Schallschutz entstehen, die sich vor allem im Inneren des Hauses zeigen: Die Hellhörigkeit ist bei einem Fertighaus kein seltenes Problem und lässt sich nur durch nachträgliche Einbauten mindern.

Fazit
An dieser Stelle wird deutlich, dass ein Massivhaus einem Fertighaus sowohl beim Brandschutz als auch beim Schallschutz deutlich überlegen ist. Die durch die Fertigbauweise bedingten Nachteile lassen sich nur durch den Einsatz chemischer Substanzen (Brandschutz) oder durch entsprechende Aufbauten oder Ergänzungen (Schallschutz) abmildern.


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