Wer ein Eigenheim bauen möchte, wird unweigerlich mit verschiedenen Bestimmungen konfrontiert, zu denen auch die Energieeinsparverordnung (EnEV) gehört.

Bedeutung der EnEV - Energieeinsparverordnung

EnergieeinsparverordnungDie Energieeinsparverordnung ist beim Neubau eines Ein- oder Mehrfamilienhauses strikt zu beachten. Die Verordnung zielt darauf ab, den Verbrauch von Primärenergie erheblich zu verringern. Ihre wichtigste Besonderheit ist das Zusammenführen aller Anforderungen, die zum Erreichen des maximal erlaubten Primärenergieverbrauchs nötig sind. Dazu gehören zum Beispiel die wärmetechnischen Eigenschaften eines Neubaus im Bereich der Heizsysteme und Energieträger.

Die Entscheidung, in welcher Kombination die Dämmung, die Heizungsanlage oder die Nutzung regenerierbarer Energien in die Bauweise eingebunden werden soll, liegt beim Bauherrn. Um das Erreichen der in der EnEV festgelegten Vorgaben nachzuweisen, wird die Vorlage eines sogenannten Energieausweises verlangt, aus dem der tatsächliche Energieverbrauch eines Gebäudes hervorgeht. Zwar können mit etwas Eigeninitiative deutliche Energieeinsparungen erreicht werden, die eingesetzte Technik erhöht jedoch deutlich das Einsparpotenzial.

Energieeinsparverordnung - EnEV 2009

Am 1. Oktober 2009 sind die wichtigsten Änderungen der novellierten Energieeinsparverordnung in Kraft getreten, die mit einer Verschärfung der EnEV 2007 einherging. In der Verordnung wurde festgeschrieben, dass insbesondere bei Neubauten die Obergrenze des zulässigen Jahres-Primärenergiebedarfs um durchschnittlich 30 Prozent im Vergleich zu einem Referenzgebäude gesenkt werden muss. Für die Wärmedämmung wurden die energetischen Anforderungen um 15 Prozent angehoben. Sofern Klimaanlagen betrieben werden, die die Raumfeuchtigkeit verändern, mussten sie (ggf. nachträglich) mit einer automatischen Regelung für die Be- und Entlüftung ausgestattet werden. Bestimmte Prüfungen wurden dem Bezirksschornsteinfeger übertragen und dienten als Nachweis, dass die Vorgaben der Energiesparverordnung eingehalten wurden. Bei Verstößen gegen die neuen EnEV-Vorschriften können seit 2009 Bußgelder festgelegt werden. Dabei sind auch für die Bereitstellung oder Verwendung absichtlich falscher Angaben im Energieausweis erhebliche Bußgelder vorgesehen.

Energieeinsparverordnung - EnEV 2014

Die wichtigsten Aspekte der Verordnung 2014 in einer kurzen Zusammenfassung dargestellt:

Die EU-einheitliche Richtlinie für Gebäude (EPBD 2010) gab den Anstoß für eine Novellierung der EnEV: Danach musste die neue Verordnung bis spätestens 09.07.2012 in Kraft getreten sein, was aber nicht gelang. Die mit der Novellierung verbundenen Regelungen zum Bau von Niedrigstenergiegebäuden sollen bis Ende 2018/2020 greifen und sind im Energieeinsparungsgesetz (EnEG 2012) fest verankert. Hierbei wird von einem klimaneutralen Gebäude gesprochen, das als Standard für Niedrigstenergiegebäude gilt. Der Primärenergiebedarf muss seit dem 1. Januar 2016 25 % geringer sein als es noch in der EnEV 2009 vorgeschrieben war. Die Anforderungen an die Dämmwirkung der Gebäudehülle wurden zum selben Stichtag um durchschnittlich 20 % heraufgesetzt. Alle Neubauten, die als Nichtwohngebäude gelten, sind von diesen Referenzwerten nicht betroffen.

Damit sind gegenüber den Vorschriften zur Verordnung 2009 erhebliche Veränderungen festgeschrieben worden. Die vorgeschriebenen Regelungen wurden deutlich verschärft, wobei zwischen den Vorgaben für Neubauten oder Sanierungen deutliche Unterschiede festzustellen sind. Ebenfalls wurden die im Falle eines Verstoßes festgelegten Geldbußen spürbar angehoben. So soll die strikte Einhaltung der neu festgelegten Vorgaben durchgesetzt werden. Insbesondere bei der Wärmedämmung wurde der spezifische Transmissionswärmeverlust um das 1,3-Fache angepasst. Doch in diesen Bereichen ist durch die Intervention des Bundesumweltministeriums (BMU) noch mit weiteren Verschärfungen zu rechnen.

 

Tipp
Sie finden unter www.niedrigenergiehaus-bauen.de/verordnungen.html alle wichtigen Gesetze und Verordnungen rund um den energetischen Hausbau auf einen Blick.



© 2017 www.hausbau-beratung.com, ein Projekt der ZBO (Zentrale Bauorganisation - www.zbo.de)