Sicherheit beim HausbauWer ein Haus bauen möchte, geht immer ein gewisses Risiko ein. Was passiert, wenn etwa die Baufirma während des Hausbaus Pleite geht? Dann steht der Bauherr plötzlich mit einem halb fertigen Haus da und jede Menge Stress und Ärger sind geradezu vorprogrammiert. Doch zumindest finanziell sollte sich jeder Häuslebauer für solch einen Fall absichern.

Doch welches ist hier die richtige Absicherung in Bezug auf die Sicherheit der Fertigstellung? Hausbau mit einer Fertigstellungsversicherung oder doch lieber eine Fertigstellungsbürgschaft?

Hausbau mit einer Fertigstellungsbürgschaft

Diese Art der Absicherung wird oft auch Vertragserfüllungsbürgschaft genannt und schützt den Auftraggeber vor Schäden, die im Falle der Insolvenz des Auftragnehmers auftreten würden. Aber auch bei Nichterfüllung oder Verweigerung der vertraglich vereinbarten Leistungen durch die Baufirma tritt diese Bürgschaft ein. In der Regel handelt es sich bei den Bürgen entweder um eine Bank, eine Sparkasse oder ein Kredit-Versicherungs-Unternehmen. Von Bürgen, die in irgendeiner Weise mit dem Auftragnehmer in einer bedeutenden Abhängigkeit stehen, sollte Abstand genommen werden. Denn falls die Baufirma tatsächlich insolvent wird, sind in der Regel auch die Partner davon betroffen, also auch nicht mehr zahlungsfähig. Die Deckungssumme einer solchen Fertigstellungsbürgschaft liegt in der Regel bei 10% der Netto-Bausumme.

Hausbau mit einer Fertigstellungsversicherung

Auch hierbei handelt es sich um eine Absicherung des Bauherrn vor dem Insolvenzrisiko des Bauunternehmers. In diesem Fall ist aber nicht der Bauherr Versicherungsnehmer, sondern das Bauunternehmen. Dieses sichert sich hiermit vor Schadensersatzansprüchen des Bauherrn, bei einer eventuellen Insolvenz und einer damit verbundenen Nichterfüllung der vertraglich vereinbarten Leistungen aus dem Bauvertrag ab. Die daraus resultierenden Ersatzansprüche macht der Bauherr dann direkt bei der Versicherung geltend und nicht beim verschuldeten Bauunternehmen. Dies hat den Vorteil, dass die Sicherheit für den Bauherrn sehr unkompliziert ist. Er muss weder vertragliche Erklärungen abgeben, noch selbst irgendeine Prämie bezahlen. Auch liegt die Deckungssumme in der Regel bei 10% der Netto-Bausumme.

Fertigstellungsbürgschaft oder Fertigstellungsversicherung?

Welche Art der Absicherung ist denn nun die Bessere? Diese Frage muss jeder Bauherr für sich selbst beantworten. Denn auch wenn die Fertigstellungsversicherung auf den ersten Blick als die Bessere erscheint, birgt sie doch auch Risiken: Anders als bei der Fertigstellungsbürgschaft sind bei der Versicherung keine Verzögerungsschäden abgedeckt, und auch wenn noch weitere Bauunternehmen am Bau beteiligt sind, kommt die Versicherung für deren Schäden NICHT auf. Darum sollten Fertigstellungsversicherungen nur abgeschlossen werden, wenn der Bau ausschließlich aus einer Hand durchgeführt wird.

Doch egal, für welche Art der Absicherung sich ein Bauherr letztendlich entscheidet: Ohne Absicherung sollte kein Bau begonnen werden. Falls ein ins Auge gefasstes Bauunternehmen sich weigert, solch eine Absicherung abzuschließen, sollte lieber ein anderes Unternehmen gewählt werden, denn dann ist davon auszugehen, dass dieses Unternehmen bereits finanzielle Schwierigkeiten hat!

Allein die Vertragserfüllungsbürgschaft stellt – unserer Meinung nach – noch keine zuverlässige Sicherung dar. Da die Bauarbeiten nun von einem anderen Bauunternehmen fertiggestellt werden müssten, werden die Konditionen der Restarbeiten nicht mit denen vergleichbar sein, die Sie mit dem insolventen Bauunternehmer ausgehandelt haben. Aus diesem Grunde beinhalten unsere Bauverträge grundsätzlich nachschüssige Zahlung entsprechend Baufortschritt.


Hinweis:
Lesen Sie auch den Beitrag Insolvenzrisiko beim Hausbau auf www.hausbauberater.de/insolvenzrisiko

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